Ballett in Kappeln
Ballett in Kappeln  

Spitzentanz ...sur les Pointes

 

Achieving perfection...
Auf die Spitze getrieben

 

 

Spitzenschuhe

points

Folterwerkzeuge. Eigentlich.
Jedes kleine Mädchen träumt davon, das erste Mal sur les pointes - auf den Spitzen - zu tanzen und stellt dann ernüchtert fest: Spitzentanz ist anstrengend, schwer und tut weh. Immer.
Schwerelosigkeit auszustrahlen und dabei zu lächlen ist ein gutes Stück Arbeit...

Über die Wahl und den richtigen Sitz des perfekten Spitzenschuhs ( Capezio? Bloch? Freed? Sansha?) wurden komplette Bücher geschrieben, es gibt unzählige Tips, wie man
(s)einen Schuh passend(er) machen kann und doch holt die Realität einen ein: Der Mensch ist nicht wirklich dafür geboren, auf der Spitze weniger Zehen sein gesamtes Körpergewicht zu tragen.
Und es ist nur die Kraft der Tänzerin und nicht der Schuh, der sie in erhabener Höhe hält.

Bevor also der große Moment kommt, muss sichergestellt sein, dass der Körper, die Beine und der Fuß kräftig genug sind, um der Belastung standzuhalten. Es erfordert intensives Training - und mehr als eine gelegentliche Stunde pro Woche - um sich diese Stärke anzutrainieren. Ehrgeiziges "auf die Spitze treiben" schadet jungen Mädchen und bringt unter Umständen irreparable Schäden mit sich!

Aber wenn... dann, welche Magie...
point Diese Magie liegt in der besonders verstärkten Kappe des Spitzenschuhs, die eine wenige Quadratzentimeter große Standfläche zur Verfügung stellt, auf der die Tänzerin die Illusion der Schwerlelosigeit aufrechterhalten kann.
Wie sie das schafft, liegt auch mit am Schuh: Es gibt besonders harte Varianten, kurze Kappen, lange Kappen, schmale Schuhe, weite Schuhe.
Professionelle Tänzerinnen haben oft nach ihren Maßen, ihren Leisten gefertigtes Schuhwerk, der Laie hingegen muss sich durchprobieren, dabei ist jeder Fuß -und jeder Schuh- anders: lange Zehen, kurze Zehen, ein hoher Spann, ein flacher Spann.

Ein unendliches Gesprächsthema.
Dabei werden Spitzenschuhe nicht alt - eine Tänzerin kann während eines schwierigen Ballettabends bis zu drei Paar Schuhen durchtanzen, im normalen täglichen Training sind die Schuhe nach einer Woche "weich" und zunehmend unbrauchbar.

Im Laienballett sieht es natürlich anders aus:
Die Schuhe halten länger, zumal es Tricks gibt, sie durch wiederholtes Lacken, Fönen, Trocknen haltbarer zu machen.

Spitzenschuhe sind wie Schläppchen symmetrisch aufgebaut:
Von Haus aus gibt es kein rechts und links, die Schuhe werden nach individuellem Bedarf geformt, getragen, gebogen, mit dem Hammer bearbeitet, in Türen eingeklemmt, ihre Sohlen herausgerissen, gebrochen, die Schuhe mit Bändern versehen - alles mit dem Ziel, sie für die Trägerin in der kurzen Zeit ihrer Existenz so angenehm wie möglich zu machen.

Die Preisspanne für ein Paar Schuhe reicht von 30,- bis 60,- Euro.

 

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Buchempfehlung:
 

Spitzenschuh

 

 

Jede Tänzerin kennt das Gefühl: sauber, glänzend, rosa und wunderschön anzuschauen - Neue Spitzenschuhe...

Bevor aber die Magie des Spitzentanzes auch die Zuschauer fesselt, bedarf es großen Einsatz, denn Spitzenschuhe einzutanzen bedeutet Schwerstarbeit.
Gänzlich unberührt sind die Schuhe nämlich nicht zu gebrauchen, erst durch individuelles Feintuning wird der Schuh für und durch die Trägerin passend gemacht.
Wie das geht, beschreibt die Tänzerin Angela Reinhardt in ihrem Buch "Der passende Spitzenschuh" und erläutert auf rund 100 Seiten die besten Möglichkeiten, sich den Schuh dem Fuss anzupassen, erlaubt einen Einblick in die Geschichte des Spitzentanzes, guckt hinter die Kulissen der Fertigung und rundet mit eingen Übungen zur Kräftigung der Füsse das Buch ab.


Ob Sansha, Grishko, Gaynor Minden, Karl-Heinz Martin, Merlet, Repetto, Bloch:
Alle diese -und viele andere- Firmen fertigen Spitzenschuhe - nur jede auf ihre besondere Art.

Um einen Überblick zu behalten, braucht es daher viel Geduld und Ausdauer, bis der richtige Spitzenschuh gefunden wurde.


Und selbst wenn das erste Paar vor einem liegt ist die Arbeit nicht beendet, denn jetzt beginnt der Feinschliff: Wie nähe ich die seitlichen Bänder an? Wo sitzen die Gummizüge? Wie mache ich die Sohle biegsamer, warum sind meine Schuhe so laut? Welche Innensohle kann ich lösen, wie härte ich die Spitzen, wie vermeide ich das Rutschen, wie kann ich die Schuhe reinigen?

Für die, die sich nicht damit zufriedengeben, irgendwie auf die Spitze zu kommen, ein informatives Buch voller Anregungen, Schuh und Fuss in größtmögliche Zweisamkeit zu bringen.


Lesenswert!

 

 

 

...und wie ziehe ich Spitzenschuhe an?

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anja tolkmitt
tanz- und bewegungspädagogik
www.ballett-in-kappeln.de