Ballett in Kappeln
Ballett in Kappeln  

Warum haben Ballettklassen oft gleiche Kleidung und was brauche ich wirklich?

 

 

 

 

 

  • Um Ballettkindern von Anfang an Zusammengehörigkeitsgefühl & Solidarität zu vermitteln, ​ist es durchaus sinnvoll sie innerhalb des Kurses gleiche Kleidung tragen zu lassen.
    Es stärkt das Gruppengefühl und schmiedet die Klasse fester zusammen, schon kleine Kinder verstehen die Bildung einer Einheit.

  • Ballettelevinnen sollten die Aufmerksamkeit des Lehrers nicht etwa durch knallbunte, auffällige oder gar bodenlange Trikots erhalten, sondern allein durch ihr Tun.
  • Ein einheitliches Erscheinungsbild der Klasse beruhigt die Arbeitsatmosphäre und erlaubt konzentriertes und diszipliniertes Tanzen.

  • Auch finanziell weniger begüterte Eltern haben die Möglichkeit mit dem Kauf der einheitlichen Kleidung ihr Kind Teil einer Gemeinschaft werden zu lassen, in der alle gleichberechtigt sind.  So lernen gerade Mädchen früh, dass es nicht auf Äusserlichkeiten ankommt, um wahrgenommen zu werden.

  • Passende, gut sitzende Kleidung dient auch der Sicherheit &  zur Fehlerkontrolle.
    Eine feste Frisur ohne fliegende Haare (Ballettknoten) erlaubt den unverdeckten Blick auf  Nackenlinie und Schulterpartie. Enganliegende Trikots & Strumpfhosen lassen Bein- & Muskelarbeit und Fussstellung erkennen.

  • Die beliebten mehrlagigen abstehenden (Bühnen)Tutus haben im Unterrichtsalltag der Kinderklassen nichts zu suchen; sie verdecken den unteren Rücken und erschweren die Bewegungskontrolle. Insbesondere lernende Kinder müssen ihre Beine sehen können, ein weites Tutu macht den Kontrollblick unmöglich.

  • Auch Jogginghosen, Schlabberlook, Schmuck & Uhren etc. haben in der Ballettstunde keinen Platz. Zu große oder unpassende Kleidung lenkt ab, wenn wiederholt Träger in die richtige Position gezupft werden, der Rock von der Taille nach aufwärts - oder abwärts wandert und so fort.

  • Werfen Sie gelegentlich einen Blick auf die Ballettausrüstung: Kinder wachsen schnell und sagen oftmals nicht von sich aus, wenn etwas zwickt oder zu eng wird.

 

Beinbekleidung

 

 

 


  • Zumeist in weiß, in schwarz, in rosa... in Polyamid, Nylon, Elasthan, Micro- Nylon, Micro-Spandex; die Anteile an Kunstfasern sind so vielfältig wie Hersteller. Die bekanntesten sind Capezio, Sansha, Rumpf. Der Tragekomfort ist stoffabhängig, einige Materialien fühlen sich weicher an, andere sind dafür haltbarer.
  • Kinder tragen anfangs - speziell nach den Richtlinien und der Kleiderordnung der Royal Academy of Dancing, RAD - auch lediglich Söckchen anstelle von tights, Strumpfhosen.
  • Eine einfache Ballett-Strumphose kostet etwa 8,00 Euro - je nach Qualität und Passform steigen die Preise bis auf ca. 20,- Euro.
  • Eine Besonderheit sind die Strumpfhosen mit Fersenloch, die "convertable tights", die sich bis zur Wade aufkrempeln lassen und trotzdem einen "Fuß" besitzen. Nicht nur im Sommer eine Wucht, denn beim Wechsel von Schläppchen zu Spitzenschuh im Training erspart die praktische Öffnung zwischen Ferse und Zehen das komplette Aus- bzw. Umziehen - bevor Tänzerinnen Spitzenschuhe anziehen, werden die Füße meist individuell bepflastert und geschützt, um Verletzungen oder Blasen zu vermeiden.
  • Tipp 1: Eine blickdichte, z.B. schwarze Strumpfhose, mindestens 60 DEN, kostet nur ein paar Euro und man kann guten Gewissens auch eine prima krempelbare Legging draus machen, indem der Strumpfuss abgeschnitten wird.
  • Tipp 2: In Kinderbekleidungsgeschäften erhältlich sind einfach weisse Strumpfhosen, die -ungemustert- ebenfalls eine billige Alternative zur Ballettstrumpfhose aus dem Fachgeschäft dienen können.

Dressed for ballet
Obenrum...

 

 

 

 

 

  • Trikots gibt es in Hülle und Fülle: breite Träger, Spaghettiträger, einfache oder doppelte Träger, halber Arm, dreiviertel Arm, langer Arm, mit geradem, rundem oder gerafftem, einem tiefen oder normalen (Rücken-)Ausschnitt, als Neckholder, als Ganzkörpertrikot, uni oder zweifarbig. Allein der eigene Geschmack entscheidet - aber auch hier dürfte der Tragekomfort zählen:
  • Baumwolle wäscht sich farblich leichter aus, dagegen hat Lycra oder Microfaser einen glänzenden Schein, den nicht jeder mag. Mischgewebe saugt Schweiß gut auf, der Elasthananteil sorgt für gute Passform.
  • Preislich beginnt die Spanne bei etwa 20,- Euro, gerade bei schnell wachsenden Kindern lohnt sich die Frage im Bekanntenkreis, ob zu klein gewordene Trikots eventuell weitergereicht werden könn(t)en.
  • Ein Balletttrikot sollte dem Träger ein gutes Gefühl geben, reichlich Bewegungsfreiheit lassen und dem Auge des Betrachters wohlgefällig sein. Neonfarben passen nicht wirklich zum Ballett, allzu auffällige Applikationen oder Verzierungen lenken den Zuschauer vom Tänzer ab. Die Regelung einer einheitlichen Kleiderordnung in den Ausbildungsklassen macht daher absolut Sinn: Die Kinder sollen durch Leistung auffallen, nicht durch gewagte und ungeeignete Trikots.
  • Verzichten Sie auf die Billigangebote bei Discountern oder Kaffeeläden. Eine Hose samt T-Shirt ist keine Ballettbekleidung und auch die beliebten Tutus mit weit abstehenden Röckchen haben nur auf der Bühne ihre Berechtigung.

Slippery Slippers
Das Schuhwerk

 

 

 

 

 

  • An ihnen kommt keiner vorbei, der Ballett tanzen möchte. Zwar reichen anfangs dicke (AntiRutsch)Socken oder Gymnastikschuhe, aber auf Dauer sollte man in eigenem Interesse nicht auf das richtige Schuhwerk verzichten.
  • Gymnastikschuhe sind nicht wirklich billiger als Schläppchen und wirken - gerade, wenn sie für Kinder "auf Zuwachs" gekauft sind oft wie ein "1001-Nacht-Aladdin-Schlappen": Unfreiwillig komisch.
  • Zum einen dient der Schuh als Schutz, zum anderen aber sollte der Schuh nicht stärker sein, als die eigenen Muskeln und Bänder. Die Kontrolle über den Fuß hat der Träger - nicht der Schuh!
  • Schläppchen erlauben es materialbedingt dem Träger, die Füße komplett und sichtbar zu strecken, der Fuß spürt den direkten Bodenkontakt, nur eine schmale Ledersohle liegt zwischen Tanz und rauher Wirklichkeit.
  • Schläppchen gibt es theoretisch in allen Farben - durchgesetzt haben sich traditionsgemäß weiß, rosa und schwarz.
  • Ob Leder oder Leinen, leather or canvas - eine Glaubensfrage, keine des Geldbeutels. Leder gibt nach, verformt und passt sich dem Fuß an und hält sehr lange. Leinenschuhe kann man problemlos waschen, neigen aber schneller zum Durchscheuern. Ein über den Spann genähtes Gummiband (einfach oder über Kreuz) sorgt zusammen mit einem kleinen Ziehbändchen für sicheren Halt des Schuhs am Fuß.
  • Sowohl Leder- als auch Leinenschuhe gibt es schon ab 15,- Euro aufwärts. Eine professionelle Variante kostet leicht das Doppelte.
  • Je nach Hersteller unterscheiden sich vor allem die Sohlen: ganze Sohle, halbe Sohle, Form der split-sole.
  • Rutschige Schuhsohlen lassen sich durch das Aufrauhen mittels einer Drahtbürste etwas stumpfer machen. Den gleichen Effekt hat auch das Streuen von Wachs, das Befeuchten mit Wasser oder Kolophonium.

  • Verzichten Sie auch auf die gelegentlich bei H&M, Family oder Tchibo angebotenen sogenannten „Ballettschuhe“ samt Tüllschleife und Glitzer. Sie eignen sich wegen ihrer härteren Sohle ähnlich die eines Gymnastikschuhs nicht für den ernsthaften Ballettunterricht!

  • Schläppchen fallen größentechnisch sehr unterschiedlich aus und die normale Strassenschuhgröße ist nicht einfach übertragbar. Am besten den Fußumriss auf ein Stück Papier zeichnen und nachmessen – von der Zehenspitze bis zur Ferse. Diese cm Angabe dem Händler mitteilen und sich beraten lassen, so lässt sich unnötiger Ärger im OnlineKauf vermeiden. Schläppchen auf Zuwachs kaufen ist nicht zu empfehlen – Im Idealfall sollte der Schuh den Fuß einem Handschuh gleich umschließen.

The way to feel good
Das Drumherum




  • In professionellen Tanzklassen fällt speziell während des Trainings eines besonders schnell auf: Kein Tänzer gleicht dem anderen in dem, was er oder sie trägt. Die Uniformität der Bühne, des Corps de ballet - im Unterricht ist sie wie weggeblasen.
  • Auf der Bühne in Disziplin und Rollen festgelegt, leben TänzerInnen sich im Training aus:Beinwärmer, auch Stulpen genannt, selbstgestrickt in allen Längen und Farben, Wickeljacken, Schwitzhosen, Overalls, Röckchen, Fleeceüberschuhe, Sweats & T-Shirts, übereinander, ineinander... nichts ist unmöglich, alles erlaubt. Hauptsache, die Trägerin hat ein gutes Gefühl.
  • Tänzer folgen dabei dem Zwiebelprinzip: Viele Schichten ermöglichen je nach erreichtem tatsächlichen oder gefühltem Wärmegrad den idealen Bekleidungszustand.
  • Auch dem Laien eröffnet sich hier eine große Vielfalt und tatsächlich bringt es nicht nur Spaß, sich das Lieblings-Trainingsdress nach Lust, Laune und handwerklichen Geschick (Stricken???) zusammenzusetzen, sondern man/frau fühlt sich vielleicht auch wohler, wenn die eine oder andere Problemzone vor dem unerbittlichen Spiegel kaschiert werden kann.
  • Kommen dann noch ein Stirnband, ein Haarknoten oder Zopf hinzu, steht dem klassischen Ballett nichts im Weg. Zwar reichen T-Shirt und Leggings am Anfang tatsächlich aus, aber mit fortschreitendem Können sollte man sich ein paar Euro wert sein!
  • Männer - speziell in Pas de deux (Partner)klassen - sollten auch nicht auf die Anschaffung und Tragen eines Suspensoriums/Jockstrap verzichten! Eitelkeit hin oder her, im Fall der Fälle dankt die Männlichkeit ...
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anja tolkmitt
tanz- und bewegungspädagogik
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